Die traurigen Fakten belegen, dass immer weniger Kinder mit einer Trisomie 21 auf die Welt kommen. Wie siehst du diesen Umstand in Bezug auf die Forschung und (Weiter-)Entwicklung vorhandener Fördermethoden für die Kinder, die eben doch mit dem Downsyndrom zur Welt kommen?
Ich erlebe die Community als sehr stark. Alle setzen sich für mehr „awareness“ ein und geben reale Einblicke, die Berührungsängste abzubauen helfen. Es wird hoffentlich noch genug Menschen geben, die sich dafür entscheiden und ebenso genug Kinder, die einfach so kommen und gut sind, wie sie sind. Umso wichtiger ist es JETZT zu zeigen, was alles möglich ist.
Was haben dich all die Kinder, mit denen du Sprache erlernen durftest, gelehrt? Was würde dir fehlen, hättest du dich nicht für diese Spezialisierung entschieden?
Sie möchten lernen. Wirklich jedes Kind, auch unter den neurotypischen, lernt anders. Ein pauschaler Bildungsweg kann eventuell nicht das volle Potenzial eines jeden Kindes ausschöpfen. Kinder brauchen Zeit. „Schnell“ geht einfach nicht. Ich wäre wahrscheinlich nicht so flexibel in meiner Denkweise was Förderung angeht. Durch die Kinder gehe ich immer wieder neue Wege, dehne die Methode aus und komme so auf ganz individuellen Wegen gemeinsam mit ihnen ans Ziel. Meine Arbeit bedeutet mir viel und ich habe jeden Tag Spaß daran.
Das kann ich nur bestätigen. Wir haben schon vorher einmal ein Seminar bei Martina Zilske besucht, um uns für das „frühe Lesen“ fit zu machen. Doch tatsächlich war das Elterncoaching für uns und Tilli ein echter Gewinn. Die bisher oft verschluckten Wortteile oder Silben, holt er gerade durch die Verwendung der Lautgebärden auf. Wir benötigen kein aufwendiges Material, sondern weiße A6 Karten und einen Edding. Alles was wir mit ihm durchgehen, orientiert sich am vorhandenen Wortschatz und seinen Lieblingsthemen.
Tilli wird dadurch immer lernbegieriger und teilt sich mehr mit. Und das auch über Dinge, die nicht im Raum sind. So ist sein neuestes Lieblingsspiel „Katze spielen“. Und diese ziemlich niedliche Tillikatze kann neben „Miau“ auch sagen, dass sie schlafen, kuscheln oder essen will.
Diana hat uns und Tilli nochmal einen ganz anderen Zugang zur Sprache gewährt. In nur 60 Minuten haben Alfi und ich wahnsinnig viel mitgeschrieben. Sie hatte ein offenes Ohr für alle bisherigen Erfolge, Hürden und Befunde. Sie hat sich mittels Fragebogen vorab ein Bild vom bisherigen Verlauf und möglichen Voraussetzungen verschafft und war unfassbar toll vorbereitet.
Ich kann Diana wirklich uneingeschränkt jedem empfehlen. Noch dazu ist es toll, dass sie online so vielen ortsungebunden zur Verfügung stehen kann. Sie ist nich nur eine kompetente Logopädin mit viel Erfahrung, sondern auch mit ganzem Herzen dabei. Sie sieht das Potenzial der Kinder mit denen sie arbeitet. Und ich glaube, sie weiß gar nicht, welches große Geschenk sie ihnen allen damit macht. Unabhängig davon wie schnell sie irgendwann Danke sagen können, schenkt sie ihnen ihre volle Aufmerksamkeit und das gute Geühl, dass sie gut sind, wie sie sind.