Ich glaubte ein Gefühl in mir zu haben, dass sich Nummer 4 eher auf den Weg machen wird. Im Nachgang betrachtet kann ich lachend sagen, dass ich es einfach gehofft hatte. Die Schwangerschaft fing an beschwerlich zu werden. Ich ging mir hormonell selbst auf den Geist. Wollte mit den Kindern wieder kuscheln, ohne dass der Bauch gefühlte Tonnen wog und mich körperlich einschränkte. Ja, ich kann es nicht leugnen, ich hatte es satt. So sehr, dass ich ziemlich lange Spaziergänge unternahm, mich generell viel bewegte, um dann abends wieder über müe Füße und einen schmerzenden Rücken zu jammern.
Am 19.07.2020 stand der errechnete Termin an. Meine Schwester war bereits samt Mann und Tochter angereist, um unseren großen Kindern Ferien von zu Hause aus zu ermöglichen und uns im Fall der anstehenden Entbindung den Rücken frei zu halten. Wir hätten locker zwei Staffeln „Alle unter einem Dach“ oder „Full House“ mit Material versehen können. Ich bin für diese Zeit unheimlich dankbar. Für das ständige Lachen in unserer großen Wohnung, Spieleabende, gemeinsame lange Spaziergänge und diese unnachahmliche Gefühl von Großfamilie. Es hat mich von Tag zu Tag getragen. Bis am ET die ersten Wehen einsetzten.
Alle waren ausgeflogen und ich sollte mich zu Hause ausruhen. Da zog es ungewohnt und gleichzeitig vertraut. Ich horchte tief in mich hinein. Wollte sichergehen, dass ich mich nicht täuschte. Das tat ich alle 5 bis 7 Minuten. Es brauchte trotzdem eine Stunde, bis ich daran glaubte, dass wir noch ein termintreues Kind bekommen könnten. Als Alfi, die Kinder und meine Schwester wieder nach Hause kamen, stand ich triumphierend lächelnd im Türrahmen. „Ich denke es geht los“, freute ich mich, während Alfi kurz die Kinnlade runterfiel. „Wirklich? Hast du alles gepackt? Sollen wir direkt los?“ Ich muss lachen. Meine Schwester mit. Um uns herum sausen die Kinder in die Küche, weil es Abendbrot geben soll. „Keine Panik, es sind erst leichte Wehen. Ich lege mich nochmal hin und wir schauen, ob sie stärker werden. Dann können wir in aller Ruhe los, nachdem die Kinder gegessen haben und ins Bett verschwunden sind.“ Alfi scheint erleichtert, aber leicht rastlos. Und an seiner Reaktion und der kleinen Aufregug merke ich erst, wie sehr ich mich über die Wehen freue.